Teilen ist das neue Haben: Verschenkeregale überall gefordert

Gemeinsame Pressemitteilung Neustadtpiraten und Piraten Dresden-West

Seit dem 23. Januar steht in der Dresdner Neustadt an der Martin-Luther Kirche ein neuer, legaler Tauschschrank. Die Neustadtpiraten freuen sich, dass nun endlich eine Möglichkeit gefunden wurde, einen öffentlich zugänglichen Tauschschrank zu installieren.
Dazu Jan Kossick, Mitglied im Stadtbezirksbeirat Neustadt: „Es ist schön, dass nach Jahren des Einsatzes für Tausch- und Verschenkeregale die Stadt nun verstanden hat, dass solche Angebote wichtig für eine gemeinschaftliche Stadtgesellschaft sind. Wir fordern eindringlich, dass dies nicht der einzige Tauschschrank bleiben wird. ‚Teilen ist das neue Haben‘, in diesem Sinne sind Tauschregale ein guter Beitrag zur Entkommerzialisierung unserer Gesellschaft.“

Die Freude über das Tauschregal wird getrübt, da es sich beim Standort um eine private Fläche handelt. Jan Reißig, Mitglied der Piraten Dresden-West und Spitzenkandidat in Löbtau/Cotta für die Stadtratswahl: „Tauschregale sollen von allen Menschen aufgestellt und betrieben werden können und werden von uns Piraten als öffentliche Infrastruktur angesehen. Der Stadtraum ist für alle da!“

In der Stadt gibt es zahlreiche Initiativen und Vereine, die sich für Tauschschränke im öffentlichen Raum einsetzen. Die Initiative Recht auf Stadt in Löbtau will ebenfalls ein Tauschregal anmelden. Bisher scheiterten die Versuche an der Ablehnung der Stadtverwaltung. Die Piraten Dreden-West begleiten nun den weiteren Antragsprozess für das erste öffentliche Tauschregal in Löbtau und wollen darauf hinwirken, Hindernisse für das Aufstellen von Tauschregalen im öffentlichen Raum abzubauen. Nachbarschaftliches Engagement und kostenfreie Infrastruktur gilt es aus städtischer Sicht zu unterstützen.

2 Responses to “Teilen ist das neue Haben: Verschenkeregale überall gefordert”

  1. Fidel sagt:

    Das ist eine lächerliche Darstellung der Sache:

    Es ist seit Jahr und Tag möglich, über die sogenannte „Sondernutzungssatzung“ einen Antrag auf (dauerhafte) Sondernutzung des öffenlichen Raumes zu stellen.

    Dieser Antrag bedarf allerdings eines Antragstellers, der damit Verantwortung übernimmt und auch einen „kleinen Taler“ – je nach Fläche, Dauer und Nutzungsart – bezahlen muss.

    Das Geld kommt vom Ortsamt, der Verantwortliche ist Vertreter von DIE LINKE im Stadtbezirksbeirat Altstadt.

    Wofür klopft ihr euch also auf die Schulter?

    Dafür, dass bereits lange Mögliche jetzt gemacht wird?

    Dafür, dass der „böse Staat“ die Zeche zahlt?

    Oder dafür, dass es jemandem vom anderen Elbufer bedurfte, der sich den Hut aufsetzt?

    Frei nach Martin Schulte-Wissermann (im #staDDrat am 24. Januar 2019):

    „Sie schlagen nicht nur der Wahrhaftigkeit ins Gesicht, an dieser Stelle töten Sie sie. Sie töten sie nicht nur, Sie legen sie auch noch ins Grab, mit dem Gesicht nach unten, nach Norden ausgerichtet & dann pissen Sie auch noch drauf.“

    • Jan sagt:

      Lieber Fidel,

      natürlich ist es seit Jahr und Tag möglich, dass Privatpersonen solche Schränke aufstellen. Wir als Piraten fordern jedoch, dass solche Schränke von der Stadt betrieben oder zumindest toleriert werden, da sie dem Gemeinwohl dienlich sind.

      Um kurz auf deine Fragen einzugehen:
      > Wofür klopft ihr euch also auf die Schulter?
      Wir klopfen uns nicht auf die Schulter.

      > Dafür, dass bereits lange Mögliche jetzt gemacht wird?
      Wie beschrieben freut es uns, dass die Stadt an diesem Tauschregal maßgeblich beteiligt ist.

      > Dafür, dass der „böse Staat“ die Zeche zahlt?
      Nein, für uns ist es nachvollziehbar und richtig, dass die Stadt solche Schränke betreibt.

      > Oder dafür, dass es jemandem vom anderen Elbufer bedurfte, der sich den Hut aufsetzt?
      Nein.

      Was es mit deinem Zitat auf sich hat, kann ich nicht erkennen. Hier fehlt wohl der richtige Kontext.

      Liebe Grüße,
      Jan

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