Autonomie für die Bunte Republik Neustadt mit viel Kultur und Wohnqualität

Am Bahnhof Neustadt angekommen, steige ich in den Quartierbus, der mich in wenigen Minuten bis vor die Haustür bringt. Wir fahren vorbei an grünen Inseln mit Spiel- und Sportplätzen und am Bürgerzentrum „Alte Verkehrsbetriebe“ mit kleinen Läden, der Ortsverwaltung und Künstlerateliers. Sobald wir die weitesgehend im Bestand sanierte Königsbrücker verlassen und in die Äußere Neustadt, auch bekannt als Bunte Republik, einbiegen, gibt es kaum noch Autos. Cafés und Kneipen haben ihre Tische bis auf die Straße heraus aufgestellt, Künstler arbeiten unter freiem Himmel, ab und zu höre ich ein paar Straßenmusiker – es herrscht eine entspannte Atmosphäre, ein Ort, an dem ich gern wohne.

Zukunftsmusik? Wir sagen Nein und haben deshalb am vergangenen Samstag ein Programm beschlossen, dass den Weg in diese Vision ermöglichen kann.Als umfassendes Konzept sieht der Weg zum „Shared Space“ einen schrittweisen Umbau des Verkehrsraumes in der Äußeren Neustadt vor, der vor allem Fußgängern und Radfahrern zu Gute kommt. In diesem Sinne haben wir auch gleich noch Vorschläge für den Alaunpark, die Königsbrücker Straße, zum alten DVB-Gebäude, dem alten Leipziger Bahnhof, dem „Putzi“-, dem Post-Gelände und zum S-Bahnpunkt Bischofsplatz gemacht.
Als wichtig erachten wir auch die Einrichtung eines Quartierbusses, der die unterschiedlichen Teile der Neustadt miteinander verbindet, und so die innerstädtische Nutzung des eigenen Autos überflüssig macht.

Dass Menschen Pfand sammeln müssen, um ihre Grundbedürfnisse zu sichern, halten wir in einem Sozialstaat für ein bedrohliches Zeichen. Solange aber die Ursachen dessen nicht angegangen werden, halten wir pfandfreundliche Mülleimer für sinnvoll, um zumindest das  menschenunwürdige Wühlen im Mülleimer zu ersparen.
Das Konzept des Kältebusses halten wir ebenfalls nur für eine Übergangslösung, die aber vielen Menschen in den kalten Jahreszeiten das Leben erleichtern oder sogar retten kann.

Außerdem erachten  wir die Neustadtprohibition, das heißt das Verbot des Straßenverkaufs von Alkohol am Freitag und Samstag ab 22 Uhr, für sinnlos und demokratisch gefährlich. Einerseits hat der Genuss von Alkohol auf der Straße nicht abgenommen, sondern nur drei Spätshops schließen müssen. Andererseits gilt hier eine demokratisch fragwürdig legitimierte Polizeiverordnung wie ein Gesetz. Und damit sollte gar nicht erst angefangen werden.

Für den Bereich „Kinder und Bildung“ machen wir wiederholt darauf aufmerksam, dass Schulplanungen nicht nach den minimal zu erwartenden Schülerzahlen gemacht werden können. Sonst ist es nicht verwunderlich, dass Plätze und Lehrer fehlen.

Weitere Informationen: Piraten-Wiki, Orga zur Mitgliederversammlung

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