SBR-Bericht Neustadt: Akustikkollektiv, Vokalmusik, Hock-Urinale, Nebelduschen und KITA-Schließungen
Auf der kurzen Sitzung vom 7. September 2026 behandelten wir das Akustikkollektiv 2026 – Herbst Edition, einen Workshop zu Vokalmusik, finanzierten ein Hockurinal im Alaunpark für mehr Gleichberechtigung, stimmten für die Anschaffung von Nebelduschen und befassten uns mit der Schließung von 11 Kindertageseinrichtung.
Toilettenkonzept
Zu Beginn gibt es eine Präsentation mit Informationen zum Stand des Toilettenkonzepts.
Zu Ende 2022 sind 18 extern betriebene Toiletten weggefallen, da die Standorte mit Werbetafeln versehen waren, was vom Bundeskartellamt dann verboten wurde.
Zukünftig sollen alle kommunalen öffentlich nutzbaren Toiletten unisex und barrierefrei errichtet werden. Zudem sind alle neuen Toiletten kostenlos. In der Neustadt gibt es seit Frühling 2026 auch schon zwei neue Toiletten, eine am Albertplatz und eine an der Ritterstraße.
Projektförderungen
Akustikkollektiv 2026 – Herbst Edition
Kultopia beantragt 5.905€ für die Herbst Edition des Akustikkollektiv 2026. Geplant sind je zwei Konzert pro Monat von September bis Dezember im Atelier des Neustadt Art Kollektiv.
Die Förderung wird mit 11 Ja-Stimmen und 2 Nein-Stimmen (AfD, Team Zastrow) angenommen.
Workshop zu Stimme und neuer Musik
Für einen Workshop zu Stimme und neuer Musik in der Dreikönigsschule werden 1.500€ Förderung beantragt.
Es entspinnt sich eine Diskussion darüber, ob es als Stadtbezirksbeirat unsere Aufgabe ist, Schulprojekte zu fördern.
Hanna Ogrzewalla? (Grüne) fragt nach, ob der Antrag vertagt werden könne, um die Antragsstellerin einzuladen, die aus beruflichen Gründen heute verhindert ist.
Johannes Schwenk (CDU) legt den Grünen nahe, sich doch wenigstens zu enthalten, was sich Katja Lehman verbittet.
Der Antrag auf Vertagung wird mit 4 Ja-Stimmen , 6 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen abgelehnt
Der Rat bewilligt die Förderung mit 11 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen (Grüne) .
Hock-Urinal im Alaunpark
Die Initiative stadt.praxis beantragt 1.267,84€ für die temporäre Errichtung eines Hock-Urinals im Alaunpark.
Im Alaunpark in Dresden halten sich im Sommer viele hundert Menschen auf – doch es gibt nur drei öffentliche Toiletten für Menschen, die nicht im Stehen pinkeln können. Dadurch entstehen Warteschlangen, unhygienische Zustände oder Besucherinnen des Alaunparks gehen erst gar nicht auf die öffentliche Toilette, sondern müssen sich einen anderen Ort suchen. Für Menschen, die im Stehen pinkeln, gibt es hingegen mehrere Stehurinale. Diese Ungleichheit in Bezug auf die Gestaltung öffentlicher Toilettenanlagen benachteiligt Menschen, die nicht im Stehen pinkeln, und stellt eine immense Barriere für die offene und frei zugängliche Nutzung öffentlicher Räume dar.
Mit der Aufstellung eines Hockurinals (in der Nähe der öffentlichen Toilettenanlage) im Alaunpark möchten wir diesem Problem entgegenwirken und gleichzeitig Aufmerksamkeit auf bereits bestehende Lösungsansätze für die Ungleichheit der öffentlichen Toilettensituation lenken. Während auf Festivals Hockpissoirs bereits ein erprobtes Gegenstück zu Stehpissoirs bilden, sind sie im öffentlichen Stadtraum in Deutschland bisher wenig beachtet. Erste Pilotprojekte in Berlin haben Hockpissoirs in ihre öffentlichen Toilettenanlagen integriert. Auch in Dresden wollen wir auf diese Möglichkeit der Toilettennutzung hinweisen und diese in einer ersten Pilotphase von sechs Wochen im Alaunpark erproben. Durch eine begleitende Evaluierung und Bewertung der Nutzenden wollen wir die Meinung der Öffentlichkeit aufnehmen und nutzen, um das Hockpissoir zu verbessern und über die Stigmatisierung von Hockpissoirs ins Gespräch zu kommen.
Das Urinal wurde am 7. September aufgestellt und wird 6 Wochen dort bleiben. Im Anschluss wird die Nutzung evaluiert und die Ergebnisse dem Rat vorgelegt.
Der Rat stimmt der Förderung mit 12 Ja-Stimmen, bei 2 Enthaltungen (CDU, Team Zastrow) zu.
Nebeldusche und Sprühlanze
Die SPD schlägt vor, die Nebeldusche am Gomondai-Platz zu verstetigen und an der Bouleanlage im Alaunpark eine Sprühlanze einzurichten. Dafür sollen auch weiterhin Ressourcen in der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt werden. Der Oberbürgermeister soll außerdem prüfen, ob diese Anlagen per EU-Fördermittel finanziert werden können.
Dem Vorschlag wird mit 12 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen (AfD, Team Zastrow) zugestimmt.
Schließung von 11 Kindertageseinrichtungen
Im Dresdner Stadtgebiet sollen aufgrund sinkender Kinderzahlen 11 Kindertageseinrichtungen geschlossen werden. Für die Neustadt betrifft das die Kita Kamenzer Straße 26 und die Kinderkrippe Oberer Kreuzweg 2.
Der Grund für die Schließung der Kindertageseinrichtung Kamenzer Straße 26 ist die mietvertragliche Situation. Der Mietvertrag endet am 31. Dezember 2030.
Die Kinderkrippe Oberer Kreuzweg 2 wurde 1990 erbaut (Ziegelbau) ist bisher nur teilsaniert und baulich verschlissen. Das Gebäude wird abgerissen und die Liegenschaft bleibt im Besitz des Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen Dresden. Eine Reaktivierung des Standortes ist bei steigenden Kinderzahlen möglich. Die Platzbedarfe in Kindertageseinrichtungen können kurz-, mittel- und langfristig trotz der Schließung dieser beiden Kindertageseinrichtungen im Stadtbezirk Neustadt gedeckt werden.
Die Vorlage erhält einstimmig eine Mehrheit.
Bis zum nächsten Bericht,

