Weihnachten in Kaltland

An diesem Heiligen Abend ist es wichtig, inne zu halten und an die Menschen zu denken, die auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger nach Deutschland gekommen sind und um Asyl ersuchen. Menschen, die ihr ganzes Leben hinter sich gelassen haben, um es zu retten. Die in Erstaufnahmeeinrichtungen und Heimen sitzen, auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten und zum Nichtstun verdammt sind. Menschen, die zumeist noch nicht einmal ihre Familie bei sich haben.

Kaltland

Aufs schärfste verurteilen wir die Rechtspopulisten, Brandstifter und „besorgten“ Bürger, die mit ihrer Hetze für ein Klima der Kälte bei uns sorgen und mit Halbwahrheiten, Übertreibungen und Lügen das Bild eines schmarotzenden Ausländers zeichnen. In diesem Klima ist es nicht verwunderlich, dass die Anschläge auf Asyl-Unterkünfte 2015 so viele wie noch nie zuvor waren. Gerade in Sachsen zeichnet sich ein erschreckendes Bild, wenn gewählte Volksvertreter von Überforderung sprechen, ohne auch nur einen Geflüchteten aufgenommen zu haben.

Auch der Asylpolitik der großen Koalition können wir so gar nichts abgewinnen. Anstatt den Empfehlungen des Rates für Migration zu folgen, wird das Asylgesetz verschärft. Die unsägliche CSU-Debatte über Obergrenzen nervte uns wochenlang, irgendwelche Hirngespinste von Transitzonen und immer wieder der Tenor, zu viele Gelüchtete überfordern uns. Auch der Finanzminister ist nicht bereit, auf die veränderte Situation angemessen zu reagieren. Geflüchtete sind eben keine Banken und wie sagte schon das Känguru: „Autos anzünden ist schlimmer, weil Ausländer besitze ich keine.“

Willkommenskultur

Unser Dank gilt demgegenüber allen Menschen, die den Geflüchteten das Leben erleichtern und ein Stück weit angenehmer machen. Sei es durch durch ehren- und hauptamtliche Unterstützung in den Einrichtungen, gemeinsame Abendessen zu Hause, das Sammeln von Kleidung, Spielzeug und Essen, gemeinsame Sportturniere, Fahrradreparaturen, Willkommensfeste, durch die Organisation von Konvois und viele andere Sachen.

Außerdem danken wir den Menschen, die die Koordinierung der Helfenden erleichtern, sei es durch Webseiten und Social Media oder vorhandene Strukturen vor Ort. In diesem Zusammenhang danken wir ebenfalls den unzähligen Programmierenden, Admins, Designerinnen und Designern der Webseiten, Datenbanken, Scripte, Flyer, Plakate und Grafiken.

Schließlich danken wir allen Menschen, die sich politisch gegen die Kaltländer und die bestehende Asylpolitik wenden, sei es auf Kundgebungen, Demos und Gegendemos, Kunstaktionen, in den Parlamenten, auf der Straße überall auf der Welt.

Zum Schluss danken wir allen, die wir noch nicht aufgezählt haben, die sich mittel- oder unmittelbar für Geflüchtete einsetzen oder die Ursachen für Flucht und Asyl bekämpfen.

Die Neustadtpiraten wünschen euch etwas Entspannung und Ruhe über die Feiertage. Denkt an alle Menschen und was ihr zu einer schöneren Welt beitragen könnt.

Was denkst du?