Bundeswehr schürt Rassismus an Schulen – Junge Piraten fordern sofortigen Rausschmiss!

Ein Blogbeitrag der Jungen Piraten.

Wie das Magazin für Migration und Integration „MiGAZIN“ am Dienstag berichtete, trägt die Bundeswehr aktiv dazu bei, rassistisches Gedankengut an Schulen zu verbreiten. Im Jahresbericht 2012 der Bundeswehr-Jugendoffiziere (PDF) heißt es wörtlich: „Sicherheitspolitische Bedrohungen wie Proliferation, Internationaler Terrorismus oder Migration wurden von einem Großteil der Jugendlichen, wenn überhaupt, nur abstrakt wahrgenommen.“

Die Jungen Piraten sehen Migration als Bereicherung unserer Gesellschaft. Die Gleichsetzung von Migration mit internationalem Terrorismus macht uns fassungslos. Dass die durch 33,3 Milliarden Euro Steuergeld finanzierte Bundeswehr Rassismus an Schulen derart offensiv befeuert, lässt alle Jugendprojekte für Toleranz und Inklusion zur Farce verkommen.

Die Jungen Piraten lehnen von der Bundeswehr durchgeführte Selbstdarstellungen, Informations- und Diskussionsveranstaltungen in Schulen und Kindertagesstätten ab. Wir fordern den sofortigen Rausschmiss der Bundeswehr aus diesen Bildungseinrichtungen und die aktive Bekämpfung von Rassismus – ob in der Bundeswehr, an Schulen oder anderswo.

Bundeswehr raus aus den Schulen!
Rassismus raus aus den Köpfen!

Bundeswehr raus aus den Schulen! Foto: CC BY 2.0 Aktionsbündnis Freiheit statt Angst

3 Responses to “Bundeswehr schürt Rassismus an Schulen – Junge Piraten fordern sofortigen Rausschmiss!”

  1. Murgpirat sagt:

    Liebe JuPis,
    in einem 29seitigen Bericht haben die Jugendoffiziere eine Zusammenfassung Ihrer Wahrnehmungen an Schulen im Bundesgebiet wiedergegeben. In dem Bericht zeichnet sich teilweise ein desaströses Bild darüber ab, was die Jugendlichen über Sicherheitspolitik, internationale Zusammenhänge, internationale Institutionen, Politik im allgemeinen, Konflikte der jüngeren Vergangenheit und im allgemeinen über die Bundeswehr wissen.

    Ein paar Auszüge:
    „Bundesweit beobachteten die Jugendoffiziere bei ihren Besuchen, dass Schülerinnen
    und Schüler zum Teil nicht in der Lage sind, komplexere politische Zusammenhänge
    zu erfassen, der tagesaktuellen Diskussion stringent zu folgen und entsprechende Argumentationslinien zu reflektieren. “
    „Auch geschichtliche Ereignisse wurden des Öfteren verwechselt.“
    „Die Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler über die Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland oder die Europäische Union und ihre Institutionen waren eher weniger stark ausgeprägt.“
    „Eine Auseinandersetzung mit Parteiprogrammen oder parteipolitischen Konzepten schien kaum bis gar nicht stattzufinden.“
    „Der Staat wird von den Jugendlichen zunehmend, und hier setzt sich der Trend der letzten Jahre fort, als „Vollkaskoversicherung“ zur Befriedigung eigener Bedürfnisse und Garant der persönlichen Sicherheit ohne Selbstbeteiligung angesehen.“

    Und über was regt ihr euch wieder auf? Über die Verwendung des Wortes „Migration“ im Bezug auf „Sicherheitspolitische Bedrohungen“. Diesen einen Satz, den ihr oben zitiert, nehmt ihr wieder zum Anlass, der Bundeswehr die Verbreitung von Rassismus an Schulen vorzuwerfen. Ohne zu wissen, in welchem Kontext die Migration hier steht. Habt ihr denn mal bei der Bundeswehr nachgefragt, was denn damit wirklich gemeint ist? Ob das vielleicht in der Form nur ein Fehler war? Oder ob das eigentlich in einem ganz anderen Bezug steht? Vermutlich nicht…. wie üblich. Lieber zitiert man eine Fremdquelle, plappert nach und wettert entrüstet los. Der Ursprungsbericht im MiGAZIN beruft sich ja auch nur auf diesen einen Satz des Berichtes. Und niemand macht sich die Mühe, die Hintergründe zu erfragen. Tolle Show.

    Außerdem: Statt euch zu fragen, warum die Jugendoffiziere ein derart desolates Bild des Wissens der Schülerinnen und Schüler aufzeigen und was man vielleicht dagegen tun könnte, wollt ihr auch noch diejenigen verjagen, die sich zumindest bemühen, Sicherheitspolitik an den Schulen zu verbreiten.

    Das „MiGAZIN“ verweist auch auf Aussagen der GEW: “ Nicht die Bundeswehr sei zum Politikunterricht da, sondern die Lehrer. „Die Bundeswehr ist keine Bildungseinrichtung. Den Bildungsauftrag haben die Schulen und ihre Lehrer““. Und was liest man hierzu im Jahresbericht der Jugendoffiziere? „Viele Lehrerinnen und Lehrer beklagten zudem den täglichen Zeit- und „Stoffdruck“, der auf ihnen laste, weshalb eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema Sicherheitspolitik kaum bzw. gar nicht möglich sei. Insbesondere in diesen Fällen griffen die Lehrerinnen und Lehrer dann gern auf das Angebot der Jugendoffiziere zurück.“

    Vielleicht wär es ja mal gut, wenn auch einige der JuPi’s mal an einem POL&IS Seminar teilnehmen, um zu sehen, um was es überhaupt geht?

    Übrigens: Jugendoffiziere sind nicht an den Schulen, um zu rekrutieren, sondern um das Themenfeld näherzubringen. Sieht man auch an diesem Satz: „Ähnlich wie in den Vorjahren, wurden die Jugendoffiziere aufgrund des hohen Interesses vieler Jugendlicher an den Streitkräften als Arbeitgeber zu beruflichen Perspektiven und Möglichkeiten befragt. Mit Nachdruck wird in diesen Situationen Lehrkräften wie Schülerinnen und Schülern die Trennschärfe zwischen den Karriereberatern der Bundeswehr und den Jugendoffizieren als Referenten für Sicherheitspolitik erläutert.“

    Daher kann ich als Mitglied der UG Verteidigung der AG Außen- und Sicherheitspolitik der Piratenpartei die Arbeit der Jugendoffiziere nur befürworten.

    Sicherheitspolitik ist kein Thema, dass man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Und auch wenn Migration grundsätzlich zu befürworten ist, gibt es Migrationsszenarien, die zu Chaos und Gewalt führen können. Das können Massenfluchten sein, die die Versorgungskapazität übersteigt oder auch ethnische Konflikte durch die Migration einer Volksgruppe in ein anderes Land. Selbst wenn Deutschland nicht direkt davon betroffen ist, kann sich dies zu einer Bedrohung auswirken. Wenn man diese komplexen Zusammenhänge aber an einem einzigen Satz festmacht, dann vergisst man, mal über den Tellerrand zu schauen. Daher gilt auch für die JuPi’s: Vertrau keiner Schlagzeile in einer Drittquelle, informier dich! Gell…..

    • Ans sagt:

      Wenn Migration an Schulen als „sicherheitspolitisches Risiko“ dargestellt wird, wird dies nunmal Rassismus schüren, ob gewollt oder nicht. Die Bundeswehr hat keinen Bildungsauftrag? Eben! Deswegen hat sie an Schulen auch überhaupt nichts verloren!

      Die Jungen Piraten fordern den Abzug der Bundeswehr aus Kindertagesstätten und Schulen übrigens schon seit Längerem. Und werden fast täglich in ihrer Forderung bestätigt.

      • Murgpirat sagt:

        Wie genau wird die Migration denn als „sicherheitspolitisches Risiko“ dargestellt?
        Was genau sagen die Jugendoffiziere denn dazu?
        In welchem Kontext wird das denn so erzählt?
        Oder berufst du dich nur auf den einen Satz aus dem Jahresbericht?

        Hast du den Jahresbericht denn im Ganzen gelesen und dich auch schon mit der Problematik der offensichtlichen sicherheitspolitischen Unkenntnis der Jugendlichen und jungen Erwachsenen befasst?

Was denkst du?